Hier war es (schon wieder) länger ruhig. Das liegt an vielen Dingen und mit Sicherheit ganz vor allem an mir. Aber auch an gefühlt tausend anderen Kleinigkeiten. Natürlich sind <die anderen> schuld. Im Haus ist es mittlerweile weiter gegangen, das Erdgeschoss hat nun überall Fußböden… Überall? Nein, ein kleiner, unbeugsamer Teil Galliens – ehm des Windfangs – weigert sich hartnäckig. Wir haben im letzten Jahr eine Haustür bekommen, die Fallrohre (vom Dach) sind an die Kanalisation angeschlossen, die Wandverkleidung an der Toilette im EG ist fertig und letzte Woche kam der letzte Küchenschrank für das Erdgeschoss.

Aber jetzt zur Hauptdarstellerin dieses Beitrages. Ich habe in den letzten 2 Jahren eine kleine Leidenschaft für Zimmerpflanzen entwickelt. Wie genau das passiert ist, kann ich nicht sagen. Ich ertappe mich in den Wintermonaten oft dabei, dass ich mir Videos zu Zimmerpflanzen bei Youtube anschaue. Mittlerweile habe ich dort einige Favoriten, die mir auch schon mit ihren Videos das ein oder andere Mal geholfen haben.
Im Oktober 2024 jedenfalls, haben wir einen Kurzurlaub in der Eifel gemacht. Auf dem Rückweg haben wir am Kloster Maria Laach angehalten und wir haben 2 Pflanzen erstanden, die unterschiecher kaum sein könnten. Eine Venusfliegenfalle und eine Hawaiipalme. Was ich damals nicht wusste, war, dass Hawaiipalmen so ein bisschen hmmmm speziell sind. Kaum war sie da, waren die Blätter weg. Nach längerer Ignoranz meinerseits durfte sie im Sommer in den Wintergarten ziehen. Auf dem ersten Bild hier im Beitrag seht ihr meine Hawaiipalme vor dem letzten Winter. Da sah sie richtig schön aus.

Und dann kam der Winter und es wurde kalt. Vor ein paar Woche habe ich gemerkt, dass der Stamm total weich war. Leicht panisch habe ich, weil ich befürchtete sie übergossen zu haben, sie umgetopft (Mischung ist Kakteen/Sukkulentenerde und Perlit) und war erleichtert, dass die Wurzeln keinen Schaden haben. Da somit faule Wurzeln nicht die Ursache des weichen Stammes waren, konnte es nur noch die Temperatur sein. Auf dem zweiten Bild seht ihr die noch grünen Blätter, die aber statt zu stehen und schön leuchten irgendwie hängen. Wie Blattsalat der nach längerer Zeit in der Soße zusammengefallen ist.

Als Konsequenz durfte meine kleine Dramaqueen umziehen. Mit immer wieder wenig Wasser (grün war sie ja oben) und Ruhe hat sich der Stamm tatsächlich erholt und wurde langsam wieder fest. Wirklich langsam. Die ersten Tage habe ich kaum einen Unterschied gefühlt. Nach ca. einer Woche wurde es besser und die Hawaiipalme hat sich erholt. Dachte ich. Die verbliebenen Blätter standen wieder aufrecht. Unten am Stamm kann man übrigens erkennen wie viel sie in den letzten Monaten gewachsen ist (der dunkelgrüne Teil) und dass sie ca. die Hälfte der Blätter bis dahin geopfert hatte.

Aber, die Hawaiipalme ist und bleibt meine Drama Queen. Denn jetzt, wo der Stamm sich wieder erholt hat, hat sie überlegt, dass sie nun woanders steht und dass man sich da ruhig beschweren kann. Also wirft sie im Moment fast sämtliche verbliebenen Blätter weg, die sie noch hat. Ich glaube, aktuell hat sie noch 3 Blätter. Im Herz in der Mitte des Stamms sieht alles gut aus. Wir warten nun auf den Frühling und dass sie sich wieder berappelt und noch schöner wird als zuvor.
Was ich jedenfalls mit meinen Pflanzen lerne ist unter anderem zu schauen wo die Pflanzen eigentlich herkommen, was ihr „natürliches“ Habitat ist, welche Bedingungen sie an ihren Standort im Haus hat und damit verbunden die Frage, ob sie überhaupt zu uns passt. Aber dazu gerne wann anders mehr, genauso wie die vielen vielen Youtuber, die mir diese ganzen Fragen mit ihren Videos beantworten. Ein Update zur Hawaiipalme kommt sobald die Nächte wärmer werden und mehr Sonne in unsere Fenster scheint. Den nächsten Winter verbringt sie definitiv nicht im Wintergarten sondern auf der Fensterbank. Und wenn sich da, wo sie jetzt steht, berappelt kann sie auch gerne dort stehen bleiben.