Hier ein kleines Update zu sowohl der Korbmarante und der Hawaiipalme.

Die Hawaiipalme hat einen wilden Ritt hinter sich. Und ich denke, wir sind noch nicht fertig. Der Stamm ist wieder fest und sie hat deutlich an Blättern zugelegt. Allerdings hat sich sie sich zeitgleich Spinnmilben eingefangen, also habe ich mit einer Neemöl-Behandlung begonnen. Die ist noch im Gange und noch nicht abgeschlossen. Milben habe ich keine mehr gesehen, aber dafür hat sie an ein paar Blättern kaputte Stellen an denen weißer Saft ausgetreten ist. Aktuell bin ich recht zufrieden mit der Entwicklung, oben in der Mitte kommen neue Blätter und die Milben werden hoffentlich bald erledigt sein.
Und noch was: Die Pflanze ist keine Palme, sie gehört nicht zur Palmenfamilie (Arecaceae), sondern zu den Glockenblumgewächsen (Campanulaceae). Ursprünglich kommt sie aus Hawaii, genauer von den Inseln Kauaʻi und Niʻihau. Sie wuchs auch nicht in klassischen Palmenlandschaften, sondern auf steilen, windigen Meeresklippen und felsigen Vorsprüngen mit sehr wenig Boden. Beschrieben werden Vorkommen von Meereshöhe bis etwa 1.300 Fuß beziehungsweise rund 400 Meter (Quelle). So einen Standort kann man zu Hause schlecht nachahmen.
Was wir ihr bieten können:
- Helle Fensterplätze aber keine direkte Sommersonne. Da stand sie im Wintergarten in zweiter Reihe gar nicht verkehrt.
- Stabile Temperaturverhältnisse (18° – 24° Celsius). Das hab ich letzten Winter dann ziemlich verkackt als ich sie im Wintergarten stehen lassen hatte. Eigentlich stand sie bis zu den ganz kalten Tagen gar nicht so schlecht dar, trotzdem war es im Nachhinein gesehen zu kalt.
- Sie mag Wasser, aber nicht zu viel. Der Stamm speichert Wasser und sie mag absolut keine nassen Füße. -> Also eher gießen wie eine Sukkulente.
- Das Substrat sollte durchlässig sein, denn neben Wasser brauchen Pflanzen auch Sauerstoff an ihren Wurzeln. Wenn Erde dauerhaft mit Wasser voll ist, verdrängt das Wasser Luft aus den Poren. Dann haben die Wurzeln zu wenig Sauerstoff, können ersticken und schneller faulen.
- Keine zu feuchte und keine zu trockene Luft: Also weder Tropenklima im Gewächshaus noch Wüstenklima.
- Standortwechsel mag sie nicht so gerne, das habe ich nun schon zweimal erlebt. Es stellt sich somit die Frage, wo die Hawaiipalme dauerhaft wohnen kann. Der Sommerplatz im Wintergarten ist gut, aber wohin mit ihr im Herbst/Frühling/Winter wenn die Temperaturen fallen?
Nun zum anderen Patienten:


Die Korbmarante hatte ich vor ziemlich genau 4 Wochen aus dem Topf herausgeholt und das Rhizom in 3 Teile geteilt. Das Teil, das noch Blätter hatte, hat sich am besten entwickelt. Im Topf sieht man, dass sie gesunde Wasserwurzeln entwickelt hat, die gut wachsen. Und oben wächst zu meiner großen Freude ein neues Blatt.
Die beiden Teile, die nur Rhizom und viele Wurzeln haben, bilden nach und nach Wasserwurzeln aus. Die KIs sagen, dass Potenzial für Blätter da ist, so lange das Rhizom fest ist und nicht matschig wird. Im Moment stehen beide in Fensternähe und genießen die Frühlingssonne. Fotos lasse ich mal weg, im Vergleich zum letzten Mal sieht man nur ein paar weiße Spitzen unten.
Vielleicht habe ich in Blähton mit ihr mehr Glück als in Erde. Ich bin gespannt was passiert, wenn ich ihr zum ersten Mal etwas Dünger gebe. Das wird nicht viel sein, da sie sich immer noch in der Umstellung von Erdwurzeln auf Luftwurzeln befindet.
Was wir der Korbmarante gutes tun können:
- Von der Temperatur ist sie der Hawaiipalme sehr ähnlich.
- Sie möchte eine viel höhere Luftfeuchtigkeit und keine Zugluft. Ist die Luft zu trocken bekommt sie braune Blattränder – offenbar reicht die Luftfeuchtigkeit im Bad nicht aus. Hmpf.
- Sie steht gerne hell bis halbschattig.
- Sie reagieren stark auf kalk- oder salzhaltiges Wasser, also kann nicht jeder einfach Leitungswasser zum Gießen nutzen.
- Sie braucht lockeres Substrat, das gleichzeitig Feuchtigkeit halten kann. Da ich denke dass das nicht gut funktioniert hat, versuche ich es jetzt in Hydrokultur. Ich bin gespannt.